„Norma“ – 29. Mai 2026

Diese stimmige Inszenierung – Premiere war schon am 21.Januar 2006 – hält sich glücklicherweise immer noch an der Bayerischen Staatsoper. Denn diese hatte einstmals kein Geringerer als Jürgen ROSE übernommen, der auch Bühnenbild, Kostüme nebst Lichtkonzept innehatte.

In dieser Weise kann ein so musikalisch hochkarätiges Werk des unvergeßlichen Vincenzo Bellini mit dem Libretto von Felice Romani dem Publikum verständlich und nachklingend nahegebracht werden. Jürgen Rose brachte die Zeit der römischen Belagerung des Landes der Gallier mit zeitgerecht dunkel gehaltenem Bühnenbild und zeitgerechten Kostümen perfekt publikumsnah und handlungsgerecht auf die Bühne, vor allem konnte die verbotene Liebe der druidischen Oberpriesterin Norma zum römischen Offizier Pollione bestens aufgezeigt werden.

Da man sich nun bei dieser Wiederaufnahme in Bestweise auf die musikalische Seite konzentrieren konnte, sei zunächst das Dirigat von Giacomo SAGRIPANTI zu erwähnen, der die Ouvertüre – aus welchen Gründen auch immer – zu laut und zu schnell dirigierte, verwischt erklangen manche Töne, erst bei den Auftritten der Sänger konnte er meines Erachtens einem Belcanto-Dirigat zu Recht werden.

Und hier ist ein besonderes Augenmerk auf das Debüt der Sopranistin Gilda FIUME zu legen, die die Rolle der Norma in einer ungewöhnlichen gesanglichen und darstellerischen Bestinterpretation auf die Bühne brachte, zumal sie besonders durch ihre ausgefeilten piani auffiel, die sie besonders in den Duetten mit ihrer Rivalin Adalgisa, verkörpert durch Emily SIERRA, letztere ebenso in darstellerischer und gesanglicher Bestinterpretation, zeigen konnte. So muß belcanto erklingen. Frau Fiume erhofft man nun desöfteren an der Bayerischen Staatsoper zu hören.

In der schwierigen Tenorpartie des Pollione war Najmiddin MAVLYANOV auf der Bühne, in bester Bühnenpräsenz und tenoraler Bestleistung meisterte er diese charakterlich schwer darzustellende Partie. Als Oroveso war Erwin SCHROTT auf der Bühne, der mit seinem bassistischem Können immer wieder gut und routiniert seine Rollen meistert. Flavio wurde in guter stimmlicher Verfassung von Michael BUTLER interpretiert, ebenso die Clothilde von Shannon KEEGAN. Die beiden Kinder von Norma und Pollione wurden in ihren stummen Rollen gut von Leander KAUTER und Timur KURUSIOV gut eingefügt gestaltet.

Die sehr gute CHOReinstudierung oblag diesmal Franz OBERMAIR.

Frenetischer Beifall des Publikums am Ende, besonders für die Debüt-Leistung von Frau Fiume. I.St.