Der Untertitel „A Comedy Musical Murder Mystery“ trifft es gut. Wir haben das Stück bereits beim Fringe 2024 in der Ursprungsversion gesehen. Jetzt gab es neue Songs, was uns dazu brachte, noch einmal zu gehen.
Gab es vor zwei Jahren noch eine sympathische Ungeschliffenheit, ist nunmehr der Gruppe „Grownup Playhouse“ ein in jeder Beziehung hochprofessionelles Musical gelungen. Die Songs haben Witz und Schmiß, und das erfreulicherweise nicht geänderte Finale mit dem sehr wahren Inhalt, daß Murder Mysteries keine Happy-Ends haben können, hat echte Ohrwurmqualitäten.
Es geht um den gerade pensionierten Polizeiinspektor Ben Stone, der seinen Geburtstag mit Ehefrau, Stiefschwester und deren Freund, Bruder und Kollegen feiern möchte, aber getötet wird, bevor die Party richtig in Schwung kommt. Überraschend taucht noch eine weitere Ermittlerin auf, um den Mord aufzuklären, bei dem jeder mindestens einmal in Verdacht gerät. Zur Aufklärung oder auch Verwirrung der Beteiligten gibt auch sogar Rückblenden zur Pensionierungsfeier wenige Tage zuvor, wo die Sache ihren Anfang nahm.
Das Produktionsteam Tom ROLPH (Musik, Text und Regie, außerdem spielt er auch noch das Mordopfer Ben Stone mit sehr profundem Gesang, der Anklänge an einem anderen berühmten Musical-Polizisten hatte), Michael RINCON (Musik, Songtexte und musikalische Leitung) und Hermione LESTER (Choreographie) haben ein Stück voller Timing, Wort- und Spielwitz auf die Bühne gestellt, und man konnte merken, daß alle Beteiligten auch selbst Spaß hatten.
Amy LANGTON-SMITH als Kate Stone, die luxusorientierte Ehefrau des Opfers und Naomi PARK als Lucy Stone, die seit ihrer Kindheit unglücklich in das Opfer verliebte Stiefschwester, stellen zwei sehr gegensätzliche Frauentypen dar, beide sowohl in Gesang, Spiel und Tanz großartig.
James TAYLOR machte aus Alex Stone, dem jeder legalen und illegalen berauschenden Substanz und anderen Süchten nicht abgeneigte Bruder des Opfers, ein wahres Kabinettstückchen, so daß das Zwerchfell stark beansprucht wurde. Norma SHIELDS, die Ermittlerin, wirkt in dieser Tätigkeit teilweise irritierend unprofessionell, was aber schließlich eine logische Lösung fand; sie spielte das sehr überzeugend.
Will BARTLETT war der bemitleidenswerte Sam Bird, der immer hinter dem Opfer zurückstehende Polizeikollege, der es schafft trotz dem Tod seines ehemaligen Vorgesetzen immer noch nicht schafft, aus dessen Schatten zu treten oder sich gegen die plötzlich auftauchende Ermittlerin durchzusetzen. Ach ja, und Cameron SLADE als der immer zu kurz gekommene Joe Smith, der es wirklich verdient hat, aufgrund seiner komödiantischen Leistung erwähnt zu werden, und der mit Sam Bird plötzlich einen Seelenverwandten findet hinsichtlich eines Lebens in einem Zustand der Eifersucht. MK