„Rigoletto“ – 11. März 2026

Dieses lang vermißte Melodramma mit dem Libretto von Francesco Maria Piave mit der berauschenden Musik Giuseppe Verdis fand endlich wieder Platz im Spielplan der Bayerischen Staatsoper.

Die Inszenierung übernahm Barbara WYSOCKA mit dem Bühnenbild von Barbara HANICKE und den Kostümen von Julia KORNACKA. Frau Wysocka legte das unvergeßliche Werk Verdis in die Jetztzeit, der sich Bühnenbild und Kostüme anpaßten. Keine Spur des Hofs des Herzogs von Mantua, durch undefinierbare Requisiten mehr eine Fabrikhalle, wo sich die Manager etc. als Hofgesellschaft tummeln sollten, Rigoletto in weiißem Sakko gekleidet, nur durch Hinken seine Behinderung zeigend, lebte mit Gilda in einem Bunker. Den letzten Akt in ein Freudenhaus zu legen, war im übrigen der einzige gute Regie-Einfall. Wie kann man nur so ein musikalisch hochwärtiges Werk so verunstalten?

Der ganze Abend lag hier in den Händen des Dirigenten und der Interpreten. Maurizio BENINI, ein erfahrener Verdi-Dirigent, führte das ORCHESTER und die Sänger routiniert durch den Abend.

In der Reihenfolge des Programmzettels war der aus Samarkand stammende Tenor Bekhzod DAVRONOV auf der Bühne, seine lyrische Interpretation ließ zu Beginn in „Questa e quella“ aufhorchen, zumal er durch ein angenehmes Äußeres sehr gut auch für die Darstellung des liebeswütigen Herzogs geeignet erschien, leider verblaßte er aber zunehmend in der großen Schlußarie des Herzogs, was ihm das Publikum mit keinem Beifall übel nahm.

In der Titelpartie stand Ariunbaatar GANBAATAR aus der Mongolei stammend zum ersten Mal auf der Bühne der Bayerischen Staatsoper, der nicht nur einen kräftigen und doch lyrischen Bariton hat und noch dazu eine beste Bühnenpräsenz und Rollengestaltung besitzt. Rundherum würde man sich diese Stimme des öfteren an der Bayerischen Staatsoper wünschen. Serena SÁENZ als Gilda hatte zu Beginn leichte Einsingeschwierigkeiten, konnte sich aber gerade in ihrer großen Arie „Caro nome“ enorm steigern.

Eine Bestbesetzung war Riccardo FASSI als Sparafucile, dessen bassistische Leistung und Einfühlungsvermögen für diese „mörderische“ Partie die dramatische Handlung abrunden konnte. Als Maddalena war Elmina HASAN etwas blaß auf der Bühne, ebenso Shannon Keegan als GIOVANNI. In der Rolle des Conte de Monterone war Martin SNELL auf der Bühne, der mit einer ungemeinen Bühnenpräsenz und stimmlicher Höchstform diese doch kleine wichtige Partie zu seinem Höhepunkt machte, was ihm das Publikum mit großem Schlußbeifall lohnte.

Die übrigen kleineren Partien waren ausreichend rollengerecht besetzt, vor allem wünscht man sich Thomas MOLE als Marullo und Granit MUSLIU als Matteo Borsa in größeren Partien auf der Bühne.

Besonders hervorzuheben ist wieder die Chorleistung der HERREN DES CHORS DER BAYERISCHEN STAATSOPER unter der Einstudierung von Christoph HEIL.

Wieder mal soll es bei der Premiere Buhs gegeben haben für die Regie, bei dieser Aufführung am 11. März 2026 gab es dies nicht, sondern nur den üblichen Höflichkeitsbeifall für Sänger und Dirigent. Alles in allem wird diese Aufführung nur durch die hervorragende Baritonleistung von Ariunbaatar Gangbaatar nebst Riccardo Fassi und dem Ensemblemitglied Martin Snell in Erinnerung bleiben. I.St.