„Die Zirkusprinzessin“ – 21. Januar 2026

Mit dieser lang vermißten Wiederaufnahme dieses so stimmigen und unvergessenen Werks Emmerich Kálmans mit dem Libretto von Alfred Grünwald und Julius Brammer entstand durch die Inszenierung des Intendanten selbst ein bombastisches Bühnengeschehen. Premiere war bereits am 29.Juli 2014 im Circus Krone in München, da sich einstmals das Staatstheater am Gärtnerplatz in Renovierung befand, und sich außerdem der Komponist selbst eine Aufführung in einem Circus wünschte.

Es ist nicht einfach, ein Zirkus-Milieu in ein Theater zu verlegen, was aber – wie könnte es anders sein – dem Intendanten des Hauses Josef E. KÖPPLINGER in jeder Hinsicht gelang. Schon beim Eintritt konnte man sich durch Clowns, dargestellt durch das Ballett des Theaters, voll ins Zirkus-Milieu (Choreographie Karl Alfred SCHREINER) einfinden, was dann durch das stimmige Bühnenbild von Rainer SINELL und auch durch die passenden Kostüme von Marie-Luise WALEK das Publikum gekonnt in das erwähnte Milieu entführte.

Schon während des musikalischen Auftakts, von Oleg PTASHNIKOV bestens mit dem ORCHESTER DES STAATSTHEATERs gekonnt interpretiert, konnte man einige unvergeßliche Musikstücke Kálmans heraushören, wie u. a. „Zwei Märchenaugen“.. Die Handlung sollte Operettenliebhaber bestens bekannt sein, sie spielt in der Zarenzeit des vorigen Jahrhunderts in Rußland, und dreht sich hauptsächlich um einen Adeligen, der wegen einer vom Onkel entzogenen Liebe im Zirkus als Kunstreiter Mr. X auftritt. Er findet seine große Liebe dann im Zirkus wieder, die als Witwe des Fürsten Palinka dort weilt, sie ist durch ihre Vermählung mit Mr. X wohl dann auch die Namensgeberin der Operette. Dazu gesellt sich noch das Buffopaar Miss Mabel Gibson und Toni Schlumberger, die sich allesamt am Ende vereinen und in Wien ihr glückliches Ende nehmen.

In der Reihenfolge des Programmheftes war Andreja ZIDARIC als Fürstin Fedora Palinka in guter stimmlicher und darstellerischer Disposition auf der Bühne, ihre Verehrer, allen voran Erwin WINDEGGER als Prinz Sergius (die Intrigantenrolle, bestens interpretiert) und infolge Alexander FINDEWIRTH, Frank BERG und Mathis SCHLÜTER als zaristische Offiziere sind in angenehmer Abendform zu erwähnen. Ein Wiedersehen unvergeßlicher Art gab es mit Gisela EHRENSPERGER als Zirkusdirektorin Wanja mit Martin HAUSBERG als Zirkusdirektor Stanislawski.

Eine sehr gute stimmliche und darstellerische Abendleistung erbrachte wieder einmal Daniel PROHASKA als Mr. X, der ja auch schon in der Premiere im Circus Krone diese Rolle sang. Nadine ZEINTL als Miss Mabel Gibson war bestens besetzt, ebenso die Rolle des Toni Schlumberger mit Peter NEUSTIFTER. Leider sieht man solch perfekt gesungene und dargestellte Buffopartien höchst selten auf den Operettenbühnen.

Sigrid HAUSER als Carla Schlumberger mit Robert MEYER als Kellner Pelikan glänzten im 3. Akt mit ihrem schauspielerischen und auch gesanglichen Können und rundeten diesen Abend angenehm ab. Die kleineren Rollen wie u.a. Paul CLEMENTI als Piccolo, Holger OHLMANN als Portier waren u.a. nebst den Offizieren ebenso bestens eingefügt, besetzt. Besondere Aufmerksamkeit ist dem Jongleur Elias OECHSNER zu zollen, was das Zirkus-Milieu besonders hervorhob.

Die BestCHOReinstudierung lag wieder in den Händen von Dovile ŠIUPĖNYTĖ. Es gab am Ende frenetischen Applaus des Publikums. I.St.