„Le Nozze di Figaro“ – 15. Januar 2026

Mit dieser Wiederaufnahme – Premiere war am 29. Juni 2023 – wurde wieder einmal bewiesen, wie eine durchdachte libretto-gerechte Inszenierung einer so beliebten Oper von Wolfgang Amadeus Mozart auszusehen hat.

Der Regisseur der Oper ist der Intendant des Hauses Josef E. KÖPPLINGER selbst, der diese seine Inszenierung in die Zeit des Franco-Spaniens der 1960er-Jahre legte, was sich bestens in Bühne und Kostüme (Johannes LEIACKER und Thomas KAISER) niederschlug und zu einer trotzdem libretto-gerechten Inszenierung (Lorenzo Da Ponte) führte. Hier war man trotz allem bei den musikalischen Gedanken des großen Komponisten. Dazu wäre noch zu bemerken, daß an diesem Abend fast das ganze Ensemble des Staatstheaters am Gärtnerplatz auf der Bühne war, was wiederum zu einer gesanglichen und darstellerischen Bestleistung führen konnte.

Am Pult stand Michael BRANDSTÄTTER, der anfänglich bei der Ouvertüre etwas zögerlich bei seiner Stabführung war, sich aber mit dem ORCHESTER DES STAATSTHEATERs bis zum Ende bestens steigern konnte.

Da es sich um eine perfekte gesangliche Ensemble-Bestleistung handelte, mag nur Weniges angemerkt werden, da alle Interpreten in gesanglicher Best-Abendform waren, noch dazu erschien diese Formation der Interpreten bestens geprobt und eingespielt auf der Bühne. Man sah und hörte auch neue Gesichter in dieser Aufführung auf der Bühne, so Annemarie PFAHLER als Susanna, eine sehr gute und bestgeschulte Stimme, die auch darstellerisch voll der Rolle entsprach, und als Cherubino Anna TETRUASHVILI, die ihre Rolle gesanglich wie vor allem darstellerisch gut interpretierte, sowie Yoojin LEE als reizender Neuling Barbarina und in der kleineren Rolle des Richters Don Curzio Algin ÖZCAN, ausreichend in der Darstellung.

Das Grafenpaar von Ludwig MITTELHAMMER und Jennifer O’LOUGHLIN könnte nicht besser gesungen und dargestellt sein, während Levente PÁLL wieder einmal einen Figaro in Bestinterpretation vorstellte. Anna AGATHANOS als Marcellina und Reinhard MAYR als Don Bartolo bewiesen ihre Darstellungs- und Gesangskunst in Bestform sowie zeigte Lukas Enoch LEMCKE eine herrliche Studie als Gärtner.

Man hörte wieder einmal das Hammerklavier heraus, interpretiert von Riccardo STIFFONI. Die BestCHOReinstudierung oblag wieder Dovile ŠIUPĖNYTĖ, die gute Choreographie lag in den Händen von Karl Alfred SCHREINER.

Nach einer solchen Bestaufführung eines so gut inszenierten, unvergeßlichen Werks von Wolfgang Amadeus Mozart geht man erfüllt und zufrieden in den Abend. I.St.