„L’elisir d’amore“ – 18. Dezember 2025

Diese so stimmige mit herrlichen Regie-Ideen ausgestattete Belcanto-Oper von Gaetano Donizetti mit dem Libretto von Felice Romani nach Eugène Scribe – Inszenierung Dirk SCHMEDING – Premiere war am 23.Mai 2025 – findet beim Münchener Opernpublikum immer wieder großen Zulauf, zumal die Besten der Besten aus dem Ensemble des Staatstheaters am Gärtnerplatz an diesem Abend auftraten, eine Sängercrew, die ihr Zusammenspiel immer besser ausarbeitet und dadurch eine Ensembleeinigkeit bilden kann, die man kaum an anderen Opernhäusern finden wird.

Dieser wunderbare Belcanto-Abend wurde noch untermalt von Oleg PTASHNIKOV, der das ORCHESTER DES STAATSTHEATERS AM GÄRTNERPLATZ zu einer abendlichen Höchst-Interpretation des Belcanto bringen konnte, wobei Herr Ptashnikov sich dazu noch voll auf die Sängerführung konzentrierte, was diese an diesem Abend zu eingangs erwähnter Höchstleistung führen konnte.

Als Adina erlebte man wieder Jennifer O’LOUGHLIN, die immer wieder eine beste Spielfreudigkeit zeigt und deren Koloraturen in perfekter Technik das Publikum begeistern.

Als Nemorino war wieder Matteo Ivan RAŠIĆ auf der Bühne, der nicht umsonst kürzlich für diese Rolle den österreichischen Nachwuchspreis für Sänger erhalten hat. Seine großartige Spielfreudigkeit gerade in der Einfühlung in diesen anfänglich vergeblich Liebenden, der nur durch einen angeblichen Liebestrank seine Angebetete vermeintlich erhalten kann, arbeitet Herr Rašić immer mehr aus, zumal seine enorme stimmliche Ausdrucksfähigkeit und seine exzellente tenorale Höhe dazu enormen Anteil haben. „Una furtiva lacrima“, immer noch der Höhepunkt eines „L’elisir d’amore“ konnte nicht besser gesungen werden, minutenlanger Beifall bekundete dem Sänger seine Leistung. Überhaupt kam auch minutenlanger Beifall bei der am Ende der Oper erfolgenden Liebesszene zwischen Adina und Nemorino, beide Künstler zeigen hier, wie gut und publikumswirksam eine perfekte Ensemble-Leistung auszusehen hat.
Eine perfekte und stimmlich bestens ausgestattete baritonale humoristische Studie zeigte wieder einmal Matja MEIĆ als Belcore, während Alexander GRASSAUER als Dulcamara, dem schlauen Verkäufer eines vermeintlichen Liebestranks, wieder einmal sein großes humoristisches Darstellungsvermögen zeigen konnte, man vermißt ihn und sein stimmliches und darstellerisches Können sehr im Ensemble des Staatstheaters am Gärtnerplatz.

Als Gianneta geisterte Yoojin LEE in der Gestaltung dieser „Dorfratschn“ in einer guten Studie über die Bühne, wobei sich in gleicher Weise ein Gitarrist mit Engelsflügeln in der Gestalt von Pedro Rogério AGUIAR SILVA auf der Bühne bewegte. In stummen, aber teils humoristisch herausgearbeiteten Rollen befanden sich Dulcamaras Girls und die Soldaten des Belcore auf der Bühne.

Erfüllt und voll Musik schlürfte man dann zu Hause seinen „vorweihnachtlichen Liebestrank“. I.St.